Ziel
Ein Backup ist nur dann wertvoll, wenn du es wiederherstellen kannst. Diese Seite ist eine praktische Checkliste für typische Workshop-Fälle: neue Linux-Installation, defekte SSD, falsche Partition, Datenrettung oder Migration.
Grundregel: Erst System stabil + Updates, dann Restore. Danach Programme installieren und erst am Schluss Feintuning.
Welche Art von Backup hast du?
- Déjà Dup / Duplicity (verschlüsselt, inkrementell, „Backup-Tool“)
- Dateikopie (z.B. Ordner auf externe Disk kopiert, rsync, ZIP)
- Image/Clone (z.B. Clonezilla, vollständiges Laufwerks-Image)
Je nachdem ist der Restore-Prozess anders: Datei-Backup = Dateien zurückkopieren, Image = ganzes System wiederherstellen.
Restore mit Déjà Dup (empfohlen im Workshop)
Voraussetzungen
- Du kennst das Backup-Passwort (falls verschlüsselt)
- Backup-Medium ist verfügbar (USB-HDD, NAS, …)
- Du bist im neuen System mit dem Ziel-Benutzer eingeloggt
Schritte
- Backup-Medium anstecken.
- Déjà Dup öffnen („Backups“ / „Sicherungen“ je nach Desktop).
- Wiederherstellen wählen.
- Backup-Ort und Datum auswählen.
- Ziel wählen:
- In deinen Home-Ordner (typisch)
- oder in einen leeren Zielordner zum „erst prüfen, dann übernehmen“
Tipp: Bei Unsicherheit zuerst in einen neuen Ordner wiederherstellen (z.B. ~/restore-test)
und die Struktur prüfen.
Was Déjà Dup typischerweise gut wiederherstellt
- Dokumente, Bilder, Musik, Downloads
- Viele App-Einstellungen in
~/.config(je nach App)
Was oft Probleme macht
- Chrome/Firefox Profile, wenn Versionen stark abweichen
- Apps, die absolute Pfade oder alte User-IDs erwarten
- Große Datenmengen: Restore dauert; USB-Kabel/Port ist oft der Bottleneck
Restore aus einer Dateikopie
Wenn du einfach Ordner auf eine externe Platte kopiert hast, ist der Restore „nur“ Kopieren. Achte auf Rechte und versteckte Dateien.
Grafisch (einfach)
- Backup-Laufwerk öffnen
- Ordner auswählen
- Nach
/home/<user>kopieren
Terminal (robust)
rsync -aH --info=progress2 /media/backup/home/ /home/USERNAME/
rsync -a erhält Zeiten/Rechte besser als „Drag & Drop“.
Achtung: Besitzer/UID
Wenn du aus einem anderen System kopierst, können Datei-Besitzer falsch sein. Dann (vorsichtig!) Besitzer anpassen:
sudo chown -R USERNAME:USERNAME /home/USERNAME
Spezialfälle: Browser, Mail, Passwörter
Browser (Firefox)
- Profil liegt typischerweise unter
~/.mozilla/firefox/ - Am besten Firefox einmal starten (legt Ordner an), dann Profil kopieren/mergen.
Mail (Thunderbird)
- Profil:
~/.thunderbird/ - Wenn du IMAP nutzt, sind Mails oft server-seitig – dann sind eher Einstellungen/Passwörter wichtig.
Passwort-Manager
- KeePassXC: Datenbankdatei (.kdbx) + ggf. Keyfile sichern/wiederherstellen
- Bitwarden: Login + ggf. 2FA-Backup-Codes bereithalten
Best Practice: für „kritische Apps“ lieber dedizierte Exporte machen (Browser Sync, Mail IMAP, KeePass-Datenbank separat), zusätzlich zum System-Backup.
Abschluss-Checkliste
- Dateien vorhanden? Dokumente/Bilder stichprobenartig öffnen
- Rechte ok? Keine „Zugriff verweigert“ Meldungen in Home
- Programme starten? Browser/Mail/Office prüfen
- Updates ok? System auf aktuellem Stand
- Neues Backup einrichten (Routine!)
Linux im Überblick
Wenn du gerade erst von Windows/macOS kommst: Diese Seiten helfen dir, den Gesamtüberblick zu bekommen. Danach kannst du besser entscheiden, wie du Backups und Restore langfristig aufsetzt.
- Linux-Basics (Kernel, Debian/Ubuntu/Pop!_OS)
- Distributionen (Arch vs Fedora vs openSUSE vs Ubuntu/Debian)
- Paketmanager (deb/apt und Flatpak)
- Spickzettel-Übersicht (1–8: Backup/Restore/Troubleshooting)
Praxis-Tipp: Für Einsteiger ist Pop!_OS oft eine gute Wahl – vor allem, wenn du schnell ein stabiles Alltagssystem willst.